Der Kaufpreis ist die große Zahl. Die Prüfkosten sind die kleine daneben. Trotzdem zögern viele Käufer, einen Gutachter zu beauftragen. Hier lesen Sie, was Anbieter verlangen und was Mehraufwand kostet. Außerdem sehen Sie, was Sie vor dem Auftrag klären sollten.
Eine Kaufberatung mit Begehung kostet im Median rund 500 Euro brutto, die mittlere Hälfte der Anbieter verlangt 390 bis 630 Euro. Die Pauschale deckt etwa zwei Stunden. Jede weitere Stunde kostet im Median rund 140 Euro. Ein ausführliches schriftliches Gutachten kostet meist mehr.
Was kostet ein Baugutachter beim Hauskauf?
Eine mündliche Kaufberatung mit Begehung kostet im Median rund 500 Euro. Mit Kurzbericht liegt die mittlere Hälfte bei 550 bis 750 Euro. Für ein ausführliches Gutachten nennen nur vier Anbieter einen Bruttopreis, zwei davon als „ab“-Preis. Er liegt bei rund 850 bis 1.900 Euro. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.
| Leistung | Median brutto |
|---|---|
| Kaufberatung mit Begehung, mündlich | ca. 500 € |
| Kaufberatung mit Kurzbericht | kein Median |
| Ausführliches schriftliches Zustandsgutachten | kein Median |
| Veröffentlichter Stundensatz | ca. 140 € je Stunde |
Die dunkle Marke zeigt den Median, der graue Balken die mittlere Hälfte der Anbieter. Beim Kurzbericht fehlt der Median, weil nur 20 Anbieter Bruttopreise nennen. Jeder Balken läuft von 0 bis 1.000 Euro. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer. Quelle: eigene Auswertung veröffentlichter Anbieterpreise, Stand 14.10.2026.
Pauschale, Zeitrahmen und Mehraufwand
Eine Pauschale gilt für einen festen Zeitrahmen, meist etwa zwei Stunden. Dauert der Termin länger, zahlen Sie den Mehraufwand zum Stundensatz. Der Median liegt bei rund 140 Euro je Stunde brutto. Klären Sie den Zeitrahmen vorab schriftlich.
Rechnen Sie nicht mit Gratisstunden. Aus der Praxis des Autors: Zusätzliche Stunden kosten den Stundensatz. Manche Anbieter nennen aber einen Festpreis ohne Zeitgrenze. Meist dauert die Begehung keine zwei Stunden. Zwei Stunden sind also großzügig bemessen.
Ein Beispiel mit Bruttopreisen, Stand Oktober 2026: Die Pauschale von rund 500 Euro deckt zwei Stunden. Kommt eine Stunde dazu, zahlen Sie rund 140 Euro mehr. Das sind rund 640 Euro.
Rechenbeispiel mit den Brutto-Medianwerten der Auswertung (Kaufberatung 499 €, Stundensatz 138 €, gerundet). Sie stammen aus verschiedenen Anbietergruppen, Ihr Angebot kann also abweichen: Maßgeblich sind der Zeitrahmen und der Stundensatz, die der Gutachter schriftlich nennt.
Wovon die Kosten außerdem abhängen
Neben der Dauer bestimmen drei Dinge den Preis: der Umfang der Prüfung, die Größe und das Alter des Hauses sowie die Anfahrt. Der Umfang ist der stärkste Hebel. Eine mündliche Einschätzung kostet weniger als ein schriftliches Gutachten mit Messtechnik, Fotos und Mängelliste.
- Umfang und Tiefe: Wird nur begangen, oder misst der Gutachter auch Feuchte und dokumentiert die Mängel schriftlich?
- Größe und Baualter: Ein großes oder verwinkeltes Haus braucht mehr Zeit. Ein Altbau mit lückenhaften Unterlagen kann ebenfalls mehr Zeit binden. Wie stark das Schadstoffrisiko am Baujahr hängt, ist ein eigener Kostenfaktor.
- Anfahrt und Zugang: Dachstuhl und Kriechkeller sind schwer einsehbar. Das erhöht den Aufwand.
Das Baualter unterscheidet sich zwischen den Städten stark. In Bochum stammen rund 66 % der Wohngebäude aus der Zeit vor 1970, in Münster rund 42 % (Zensus 2022; © Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2025, dl-de/by-2-0, Daten verändert).
Was Sie am Ende in der Hand haben
Prüfen Sie vor der Beauftragung, was am Ende herauskommt: ein Dokument oder nur eine mündliche Aussage nach der Begehung. Der Preis allein sagt das nicht. Fragen Sie nach dem Leistungsbild, bevor Sie Angebote vergleichen.
Eine Quick-Begehung endet oft mit einem Kurzbericht von einer bis zwei Seiten. Auf einer solchen Seite nehmen die Stammdaten des Gebäudes schon etwa die Hälfte ein. Für die Befunde bleibt wenig Platz. Auch das Wetter am Termin zählt: Ein schneebedecktes Dach lässt sich kaum beurteilen.
Drei Leistungsstufen, die oft als „Gutachten“ zusammengefasst werden. Preise: eigene Auswertung, alle inklusive Mehrwertsteuer, Stand 14.10.2026. Das Ergebnis jeder Stufe steht im Angebot, nicht im Namen.
Was auch ein Gutachten nicht leistet
Ein Gutachter sieht nur, was sichtbar ist. Leitungen unter Putz und andere verdeckte Bauteile prüft er nicht. Messungen, etwa zur Feuchte, geben Hinweise auf Verdecktes. Sie ersetzen aber keine Öffnung. Ein guter Bericht nennt, was nicht gesichtet werden konnte. Bei einer mündlichen Beratung lassen Sie sich das schriftlich geben. Hundertprozentige Sicherheit gibt es danach nicht.
Er prüft in der Regel zerstörungsfrei. In der Regel bohrt der Gutachter keine Löcher in die Fassade, und Verkäufer erlauben das meist nicht. Ebenso falsch ist die Annahme, dass es bei dem genannten Preis bleibt: Er gilt für den vereinbarten Umfang. Folgeprüfungen und Mehraufwand kosten extra.
Das gilt auch für Bauteile, die in Ordnung sind. Eine sauber verlegte Leitung sieht man unter dem Putz nicht. Ob sie sauber ausgeführt ist, lässt sich ohne Öffnung oder Prüfung durch eine Elektrofachkraft nicht sagen.

Besteht ein konkreter Verdacht auf einen verdeckten Mangel, vereinbaren Sie eine gezielte Folgeprüfung. Wie das abläuft, steht unter Sachverständiger beim Hauskauf.
Schematisch: Was der Gutachter bei der Begehung sieht und was verdeckt bleibt. Ohne Öffnung prüft er Verdecktes nicht.
Brandschutz und Baurecht prüft ein Gutachter nicht
Ein Bausachverständiger beurteilt den Zustand eines Hauses. Brandschutz und Baurecht prüft er in der Regel nicht. Dazu gehört, ob Fenster im Dachgeschoss als Rettungsweg taugen und ob der Bestandsschutz greift. Beides kann Kosten auslösen, die in keinem Gutachten stehen.
Ein Beispiel ist das Dachgeschoss. Ein Fenster, das als zweiter Rettungsweg dient, muss die Feuerwehr anleitern können. Dafür muss die Öffnung im Lichten mindestens 0,90 m breit und 1,20 m hoch sein. Die Unterkante darf höchstens 1,20 m über dem Boden liegen. Das Maß stammt aus der Bauordnung Nordrhein-Westfalens, andere Länder regeln es ähnlich. Bei älteren Häusern werden diese Maße oft nicht eingehalten. Der Gutachter prüft, ob das Fenster dicht ist und sich öffnen lässt. Ob es als Rettungsweg zugelassen wäre, prüft er nicht.
Auch der Bestandsschutz hilft nur begrenzt. Er schützt ein Haus, solange es so bleibt, wie es genehmigt wurde. Wer wesentlich umbaut, etwa im Dachgeschoss, muss mit zusätzlichen Anforderungen rechnen. Bei einer erheblichen Gefahr für Leben und Gesundheit darf die Behörde auch bei Altbauten nachfordern. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.
Wenn Sie ausbauen wollen, fragen Sie vor dem Kauf bei der Bauaufsicht oder einer Brandschutzfachperson nach. Warum Gutachten solche Behördenfragen offen lassen, zeigt der 3-Fragen-Test zum Gutachter.
Wertgutachten ist eine andere Leistung
Ein Wertgutachten ermittelt den Verkehrswert und nicht den Zustand. Es kostet deutlich mehr: Der Median liegt bei rund 2.400 Euro brutto, die mittlere Hälfte der Anbieter nennt 1.450 bis 2.950 Euro (nur 23 Anbieter, Häuser, Wohnungen und Grundstücke gemischt). Ein Kurzgutachten zum Wert liegt im Median bei rund 1.100 Euro (35 Anbieter, Stand 14.10.2026, eigene Auswertung).
Ob das Haus technisch in Ordnung ist, sagt beides nicht. Für Bank, Erbe oder Gericht passt das Wertgutachten. Zur Prüfung der Bausubstanz brauchen Sie die Kaufberatung oder das Zustandsgutachten.
Keine Gebührenordnung: So prüfen Sie ein Angebot
Eine amtliche Gebührenordnung gibt es nicht. Jeder Anbieter setzt Pauschale oder Stundensatz selbst fest. Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn drei Punkte schriftlich stehen.
- Ergebnis: Bekommen Sie ein Dokument? Wie viele Seiten hat es?
- Zeitrahmen: Wie lange dauert der Termin? Was kostet jede weitere Stunde?
- Ausschlüsse: Was prüft der Gutachter nicht, etwa verdeckte Bauteile?
Ein Warnzeichen ist ein Urteil ohne Begehung. Holen Sie im Zweifel zwei Angebote ein. Vergleichen Sie die Leistung, nicht die Endsumme. Auch beim Verband Privater Bauherren vereinbaren Berater Stundensatz oder Pauschale individuell.
Auch die Qualifikation zählt. Der Titel „Baugutachter“ ist nicht geschützt. Worauf Sie achten, steht unter Sachverständiger beim Hauskauf.
Wie viel Prozent vom Kaufpreis kostet ein Gutachter?
Eine mündliche Kaufberatung kostet im Median rund 500 Euro brutto. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das rund 0,1 Prozent. Die oft genannte Faustregel von 1 bis 2 Prozent des Objektwerts ergäbe 4.000 bis 8.000 Euro. Zu den veröffentlichten Preisen für die Kaufberatung passt sie nicht.
Prozentsätze nennen Anbieter vor allem für Wertgutachten und für die Baubegleitung beim Neubau. Bei der Kaufberatung zählen Zeitrahmen und Ergebnis, nicht der Kaufpreis.
Ob sich die Prüfung für Ihr Haus lohnt, klärt der 3-Fragen-Test zum Gutachter. Was ein übersehener Mangel später kostet, steht unter Sanierungskosten im Altbau. Die Entscheidung fällt nach der ersten Besichtigung und vor dem Notartermin, denn ab der Beurkundung ist der Kauf bindend. Den Ablauf zeigt die Hauskauf-Checkliste.
So grenzt eine briven-Vorprüfung den nötigen Umfang ein
Eine Vorprüfung ist kein Gutachten. Sie ersetzt den Bausachverständigen vor Ort nicht. Sie zeigt vorab, welche Bauteile kritisch sind. Die Fachperson prüft dann gezielt. Ein klarer Prüfauftrag passt leichter in einen Zeitrahmen.
Für den Start nutzt briven Ihre Angaben zum Haus. Fotos und Unterlagen machen das Ergebnis genauer. Befunde nennen, wie sicher sie sind. Das Ergebnis liegt in der Regel in unter einer Stunde vor. Kritische Befunde gehören zu einem Bausachverständigen oder Statiker. Wie ein Prüfauftrag aussieht, zeigt der Beispielbericht zu einem Musterhaus.
Häufige Fragen
Eine mündliche Kaufberatung mit Begehung kostet im Median rund 500 Euro brutto. Die mittlere Hälfte der Anbieter verlangt 390 bis 630 Euro. Das zeigt die Auswertung von 54 Anbietern mit Bruttopreisen, Stand Oktober 2026. Netto genannte Preise sind nicht eingerechnet.
Mehraufwand wird meist nach Stundensatz berechnet. Der Median liegt bei rund 140 Euro brutto. Die mittlere Hälfte der Anbieter nennt 120 bis 160 Euro. Eine Pauschale deckt nur den vereinbarten Zeitrahmen, meist etwa zwei Stunden. Klären Sie beides vor dem Termin schriftlich.
Im Alltag meinen die drei Begriffe dieselbe Fachperson. Sie beurteilt den baulichen Zustand eines Gebäudes. „Baugutachter“ ist kein geschützter Titel. Ein Wertgutachter ermittelt den Verkehrswert. Ein Energieberater bewertet die energetische Qualität. Das sind andere Leistungen mit anderen Preisen.
Nein. Für Bausachverständige gibt es keine amtliche Gebührenordnung. Jeder Anbieter legt Pauschale oder Stundensatz selbst fest. Preise lassen sich nur vergleichen, wenn Umfang und Ergebnis feststehen. Lassen Sie sich beides vorab schriftlich bestätigen.
Nur eingeschränkt. Ein Gutachter prüft in der Regel zerstörungsfrei und sieht, was sichtbar ist. Messungen, etwa zur Feuchte, geben Hinweise. Leitungen unter Putz bleiben ungeprüft. Ein guter Bericht nennt, was nicht geprüft wurde. Lassen Sie sich das bei einer mündlichen Beratung schriftlich geben.
Nein, in der Regel nicht. Ein Gutachter beurteilt den Zustand eines Hauses. Ob Dachfenster als Rettungsweg taugen oder ob Bestandsschutz greift, ist eine Frage des Baurechts. Klären Sie das mit der Bauaufsicht oder einer Brandschutzfachperson.
Für die Kaufentscheidung reicht oft eine Kaufberatung mit Begehung. Ein ausführliches schriftliches Gutachten lohnt sich für die Preisverhandlung. Dann brauchen Sie eine Dokumentation. Prüfen Sie vorher, ob Sie am Ende ein Dokument erhalten oder nur eine mündliche Aussage.
Quellen & Normen(5)
- Verband Privater Bauherren: Baugutachten und KostenDie Kosten richten sich nach Zeitumfang und Leistung. Berater vereinbaren einen individuellen Stundensatz oder pauschalieren ihre Leistung. Abgerufen am 14.10.2026.
- Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitales NRW: Runderlass zu Rettungswegfenstern (Dezember 2019)Fenster als Rettungsweg müssen im Lichten mindestens 0,90 m x 1,20 m groß sein, die Unterkante höchstens 1,20 m über dem Boden (§ 37 Abs. 5 BauO NRW 2018). Bei bestehenden Gebäuden werden die Maße häufig nicht eingehalten. Andere Länder können abweichen.
- Bayerisches Staatsministerium des Innern: Brandschutz in bestehenden Gebäuden (Schreiben vom 25.07.2011)Bei bestandsgeschützten Gebäuden sind Anforderungen nur zur Abwehr erheblicher Gefahren für Leben und Gesundheit zulässig (Art. 54 Abs. 4 BayBO). Der Bestandsschutz endet, wenn Verhältnisse entstehen, die von der Genehmigung nicht gedeckt sind.
- BGB § 311b: notarielle Beurkundung beim GrundstückskaufAb der Beurkundung wird der Kauf bindend. Deshalb muss die Prüfung davor liegen.
- Zensus 2022: Gebäude nach Baujahr, 100-m-Gitter (Statistische Ämter des Bundes und der Länder)Grundlage der Anteile vor 1970 für Bochum und Münster, von briven je Stadt aufsummiert. © Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2025, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0), Daten verändert. Zuschnitt auf die Gemeindegrenze: © BKG (2026) dl-de/by-2-0, Daten verändert, Datenquellen: https://sg.geodatenzentrum.de/web_public/gdz/datenquellen/datenquellen_vg_nuts.pdf

Bauingenieur (M.Sc.) mit Praxis in der technischen Due Diligence und der bautechnischen Zustandsbewertung von Wohngebäuden. Diese Erfahrung ist in die KI-gestützte Vorprüfung von briven eingeflossen.
Mehr über Ayosha und die Methodik →