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Ratgeber

U-Wert bei Fenstern: welche Verglasung Sie vor sich haben

Was sagt der U-Wert bei Fenstern? Ein Bauingenieur erklärt Ug, Uf und Uw, die vier Verglasungsgenerationen und wann Dreifachglas nicht passt.

Von Ayosha Aghazadeh · Bauingenieur (M.Sc.)10 Min. LesezeitAktualisiert

Kaum eine Angabe im Exposé wird so oft überschätzt wie das Wort „isolierverglast". Es klingt nach modernem Wärmeschutz, beschreibt aber nur einen Aufbau aus zwei Scheiben – und deckt damit alles ab, was seit rund fünfzig Jahren eingebaut wurde. Zwischen der schlechtesten und der besten Scheibe hinter diesem einen Wort liegt der Faktor zweieinhalb – und rechnet man die Einfachverglasung davor mit, fast der Faktor zehn. Dieser Beitrag ordnet ein, was der U-Wert bei Fenstern wirklich aussagt, wie Sie die verbaute Generation in zwei Minuten selbst bestimmen und warum Dreifachverglasung nicht in jedem Fall die richtige Antwort ist – als Baustein Ihrer Hauskauf-Checkliste.

Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme ein Bauteil pro Quadratmeter durchlässt – je kleiner, desto besser. Bei Fenstern zählt der Uw-Wert für das gesamte Fenster, nicht der Ug-Wert des Glases allein. Wer Fenster erneuert, muss laut GModG höchstens 1,3 W/(m²K) einhalten. Das schafft auch gute Zweifach-Wärmeschutzverglasung – Dreifachverglasung ist nicht vorgeschrieben.

Die folgende Einordnung ist eine fachliche Orientierung für die Kaufentscheidung, keine Planungs- oder Rechtsberatung. Die verbindliche Auslegung im Einzelfall gehört zu einem Energieberater oder einem qualifizierten Fensterfachbetrieb.

Drei Buchstaben, die man nicht verwechseln darf

Der Wärmedurchgangskoeffizient U beschreibt, wie viel Wärmeleistung bei einem Grad Temperaturunterschied durch einen Quadratmeter Bauteil nach außen fließt, gemessen in Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Beim Fenster gibt es davon nicht einen Wert, sondern drei – und Angebote, Datenblätter und Exposés meinen nicht immer denselben:

  • Ug (glazing) – nur die Verglasung. Der Wert, mit dem Hersteller gern werben, weil er der beste der drei ist.
  • Uf (frame) – nur der Rahmen. Wird selten genannt, ist aber oft der schwächste Teil.
  • Uw (window) – das komplette Fenster aus Glas, Rahmen und Randverbund. Das ist der Wert, auf den es ankommt – und der, den das Gesetz meint.

Uw ist keine Mittelung nach Gefühl, sondern eine flächengewichtete Rechnung mit einem Zuschlag für den Glasrand:

Uw =Ag · Ug + Af · Uf + lg · ΨgAg + AfAg = Glasfläche · Af = Rahmenflächelg = Länge des GlasrandsΨg = Randverbund-Zuschlag

Der Fensterwert setzt sich flächengewichtet aus Glas und Rahmen zusammen – plus einem Zuschlag für die Wärmebrücke am Glasrand.

Praktisch bedeutet das: Ein hervorragender Glaswert rettet kein schlechtes Fenster. Sitzt eine Dreifachverglasung mit Ug 0,6 in einem alten, thermisch nicht getrennten Rahmen, zieht der Rahmenanteil den Gesamtwert massiv nach oben. Bei kleinen Fenstern ist dieser Effekt am größten, weil das Verhältnis von Rahmen zu Glas dort am ungünstigsten ist. Dieselbe Logik gilt für den Randverbund: Ein Abstandhalter aus Aluminium leitet Wärme deutlich besser als die thermisch verbesserten Varianten, die als „warme Kante" bezeichnet werden.

Vier Verglasungsgenerationen, fast Faktor zehn

Fast jedes Bestandsgebäude in Deutschland lässt sich einer von vier Generationen zuordnen. Die Zeiträume sind Orientierungswerte, keine Stichtage – entscheidend ist das Alter der Scheibe, nicht das Baujahr des Hauses.

EinfachverglasungIsolierglas, unbeschichtetWärmeschutz, 2-fachWärmeschutz, 3-fachbis ca. 1978ca. 1978 – 1995ab ca. 1995heutiger Standard5,82,81,10,6036

Richtwerte für die Verglasung (Ug). Zwischen einer alten Einfachscheibe und heutigem Dreifachglas liegt fast der Faktor zehn.

Framework · Verglasungsgenerationen
Die vier Generationen im Bestand – Richtwerte für das Glas, nicht für das Gesamtfenster
PositionUg (Richtwert)
Einfachverglasungca. 5,8 W/(m²K)
Zweischeiben-Isolierverglasung, unbeschichtetca. 2,8 W/(m²K)
Zweifach-Wärmeschutzverglasungca. 1,1 W/(m²K)
Dreifach-Wärmeschutzverglasungca. 0,5 – 0,7 W/(m²K)

Der Rahmen: der Teil, den alle vergessen

Über Verglasung wird geredet, über den Rahmen fast nie – dabei entscheidet er beim modernen Fenster mit, und beim alten Fenster oft allein. Der Grund steckt in der Formel oben: Der Rahmen geht flächengewichtet ein, und er nimmt je nach Fenstergröße und Profilbreite grob ein Viertel bis ein Drittel der Fensterfläche ein. Bei einem kleinen Bad- oder Kellerfenster kann sein Anteil die Hälfte erreichen.

Für Holzrahmen lässt sich das in Zahlen fassen. Der Uf-Wert hängt fast nur an der Bautiefe des Profils:

Richtwerte · Holzrahmen
Uf-Richtwerte für Nadelholzprofile nach Bautiefe – Herstellerangaben, gerundet; Laubholz liegt bei gleicher Bautiefe spürbar höher
PositionUf (Richtwert)
68 mm Bautiefeca. 1,3 W/(m²K)
78 mm Bautiefeca. 1,2 W/(m²K)
90 – 96 mm Bautiefeca. 1,1 W/(m²K)
110 mm Bautiefeca. 1,0 W/(m²K)

Jetzt wird der entscheidende Punkt sichtbar. Bei einem heutigen Dreifachfenster ist nicht mehr das Glas der schwächste Teil, sondern der Rahmen: Die Verglasung liegt bei Ug 0,6 – der Rahmen bei 1,0 bis 1,3, also rund doppelt so hoch. Genau deshalb landet ein gutes Dreifachfenster als Ganzes nicht bei 0,6, sondern bei einem Uw von etwa 0,8 bis 1,0. Die Differenz zwischen Glaswert und Fensterwert ist der Rahmen samt Glasrand.

Wer also nur auf das Datenblatt der Scheibe schaut, verwechselt den besten Teil des Fensters mit dem Fenster. Und in die andere Richtung gilt dasselbe: Ein alter Metallrahmen ohne thermische Trennung – im Wohnungsbestand vor allem in Nachkriegsbauten und an Wintergärten, Loggienverglasungen und Haustürseitenteilen – leitet Wärme praktisch ungebremst und liegt um ein Vielfaches über den Werten oben. In so einem Rahmen richtet auch die beste Scheibe wenig aus.

Für die Besichtigung heißt das: Schauen Sie sich das Profil an, nicht nur die Scheibe. Wie tief ist der Rahmen? Sitzt eine sichtbar durchgehende Metallschiene darin? Und wie viele Dichtungsebenen laufen im Falz um den Flügel – eine, zwei oder gar keine?

„Isolierverglasung" ist keine Qualitätsangabe

Der entscheidende Sprung in dieser Tabelle liegt nicht dort, wo die meisten ihn vermuten. Er liegt zwischen Zeile zwei und Zeile drei – und beide heißen umgangssprachlich „Isolierverglasung".

Mehrscheiben-Isolierglas beschreibt lediglich den konstruktiven Aufbau: zwei oder mehr Scheiben, durch einen Abstandhalter getrennt, am Rand hermetisch verschlossen. Über den Wärmeschutz sagt der Begriff nichts. Was den Unterschied macht, sind zwei Bauteile, die man von außen nicht sieht: eine hauchdünne, bei heutigen Gläsern meist silberhaltige Beschichtung auf einer der inneren Glasoberflächen, die Wärmestrahlung zurück in den Raum reflektiert (Low-E), und eine Edelgasfüllung statt Luft im Scheibenzwischenraum.

Eine Scheibe von 1985 hat beides nicht. Sie ist zweifach verglast, sie ist „Isolierglas" – und sie lässt trotzdem rund zweieinhalbmal so viel Wärme durch wie eine Zweifachscheibe von heute. Für ein Haus mit 25 Quadratmetern Fensterfläche ist das ein spürbarer Posten in der Heizkostenabrechnung, der im Exposé unter einem Wort verschwindet, das nach Modernisierung klingt.

Zwei Prüfungen, die Sie bei der Besichtigung selbst machen können

Sie brauchen dafür kein Messgerät – nur ein Feuerzeug oder die Taschenlampe Ihres Telefons und einen Blick an den Scheibenrand. Die beiden Handgriffe sagen Ihnen, welche Verglasung verbaut ist und wie alt die Scheibe ist; das Alter von Rahmen und Einbau verraten sie nicht. Beide Prüfungen dauern zusammen keine zwei Minuten und lassen sich an jedem Fenster wiederholen, was wichtig ist: In vielen Häusern wurden Fenster in mehreren Etappen getauscht.

1. Die Spiegelbilder zählen. Halten Sie eine kleine Flamme oder eine punktförmige Lichtquelle dicht vor die Scheibe und schauen Sie schräg darauf – hängen Gardinen oder Rollos davor, nehmen Sie die Taschenlampe. Jede Glasoberfläche erzeugt ein Spiegelbild – und jede Scheibe hat zwei Oberflächen:

  • Zwei Spiegelbilder → eine Scheibe. Einfachverglasung.
  • Vier Spiegelbilder → zwei Scheiben.
  • Sechs Spiegelbilder → drei Scheiben.

Nun der zweite, wichtigere Teil derselben Prüfung: Achten Sie auf die Farbe der Reflexe. Weicht mindestens einer davon deutlich ab, meist ins Rötliche, Violette oder Bläuliche, liegt eine Beschichtung auf dem Glas – bei Fenstern ab den 1990er-Jahren in aller Regel eine Wärmeschutzbeschichtung (Low-E), seltener eine Sonnenschutzschicht. Genau dieser Farbstich trennt die 2,8 von der 1,1. Erscheinen alle Spiegelbilder gleichfarbig, spricht das für die unbeschichtete Isolierverglasung aus Zeile zwei – sicher ist der Umkehrschluss aber nicht, moderne Schichten sind teils sehr farbneutral. Dreifachglas trägt meist zwei Low-E-Schichten, dort weicht entsprechend mehr als ein Reflex ab. Bei Dreifachglas sind die inneren Reflexe schwächer – zählen Sie in einem abgedunkelten Raum und schauen Sie flach auf die Scheibe.

2. Den Abstandhalter lesen. Blicken Sie von innen schräg auf den Rand der Scheibe, dorthin, wo der metallene oder kunststoffgefasste Abstandhalter zwischen den Scheiben sitzt. Bei sehr vielen Einheiten ist dort eine Zeichenfolge eingeprägt oder aufgedruckt, die ein Herstellungsjahr enthält. Das ist die belastbarste Datierung, die Sie ohne Unterlagen bekommen – und sie schlägt jede Angabe im Exposé, weil sie am Bauteil selbst steht. Ein blank silbrig glänzender Abstandhalter deutet zudem auf Aluminium hin, ein mattgrauer oder dunkler Steg eher auf eine thermisch verbesserte „warme Kante".

Was das Gesetz beim Fenstertausch verlangt

Fenster gehören zu den Bedingungspflichten des Gebäudeenergierechts: Es gibt keine Pflicht, alte Fenster auszutauschen. Wer sie aber ohnehin erneuert, muss die Höchstwerte aus Anlage 7 einhalten. Der Unterschied zu den echten Nachrüstpflichten – Geschossdecke, Leitungsdämmung – ist im Beitrag zur Sanierungspflicht beim Hauskauf erklärt.

GModG · Anlage 7 zu § 36
Höchstwerte bei Erneuerung oder erstmaligem Einbau in bestehenden Wohngebäuden
PositionHöchstwert
Fenster und FenstertürenUw ≤ 1,3 W/(m²K)
DachflächenfensterUw ≤ 1,4 W/(m²K)
Fenstertüren mit Hebe-, Schiebe- oder FaltmechanismusUw ≤ 1,6 W/(m²K)
Fenster mit SonderverglasungUw ≤ 2,0 W/(m²K)

Zwei Punkte werden dabei regelmäßig missverstanden:

Das Gesetz nennt keine Scheibenzahl. Für das komplette Fenster fordert es keinen Aufbau, sondern einen Uw-Höchstwert. Eine gute Zweifach-Wärmeschutzverglasung in einem zeitgemäßen Rahmen erreicht 1,3 W/(m²K) problemlos. Dreifachverglasung ist also nirgends vorgeschrieben – sie ist der Marktstandard geworden, weil sie deutlich unter dem gesetzlichen Minimum liegt und die Förderung sie faktisch voraussetzt. Die BAFA verlangt für den Zuschuss zu Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle strengere Werte als das Gesetz; da die Konditionen zuletzt im Juli 2026 geändert wurden, prüfen Sie die geltenden Anforderungen vor der Beauftragung direkt bei der BAFA.

Eine Einschränkung, die in der Tabelle oben nicht steht: Sie gilt für den Fenstertausch als Ganzes. Wird nur die Scheibe im vorhandenen Rahmen ersetzt, richtet sich die Anforderung nicht nach dem Uw des Gesamtfensters, sondern nach dem Ug der Verglasung – mit einem eigenen, strengeren Grenzwert. Wer eine Umglasung plant, lässt sich den geltenden Wert vom Fachbetrieb oder der Energieberatung nennen, statt die 1,3 aus der Fenster-Zeile zu übernehmen.

Kleine Maßnahmen lösen die Anforderung nicht aus. Nach § 36 GModG (bis Juli 2026 § 48 GEG) bleiben Änderungen ausgenommen, die nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen – maßgeblich sind also alle Fenster des Gebäudes zusammen, nicht die Fenster einer Himmelsrichtung. Ein einzelnes ausgetauschtes Fenster in einem Haus mit zwanzig Fenstern bleibt damit in aller Regel unterhalb der Schwelle. Ob mehrere über Jahre verteilte Einzelmaßnahmen für diese Zehn-Prozent-Grenze zusammengerechnet werden, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich – im Zweifel klärt das die zuständige Behörde. Als Strategie taugt der scheibchenweise Austausch ohnehin wenig: Er kostet den Anspruch auf Förderung, bringt uneinheitliche Bauteilqualität und verteuert durch die wiederholte Anfahrt und Baustelleneinrichtung jedes einzelne Fenster.

Zwei- oder dreifach? Der ehrliche Entscheidungsrahmen

Beim vollständigen Fenstertausch ist Dreifachverglasung heute in aller Regel die richtige Wahl. Der Aufpreis gegenüber Zweifachglas fällt gegenüber den Gesamtkosten des Tauschs – Ausbau, Einbau, Anschlüsse, Innen- und Außenputz – vergleichsweise gering aus, und ein Fenster bleibt dreißig bis vierzig Jahre in der Wand. Wer heute den schwächeren Wert einbaut, kann später nicht nachbessern, ohne das ganze Bauteil erneut anzufassen.

Es gibt aber Konstellationen, in denen die Antwort anders ausfällt. Sie hängen nicht am U-Wert, sondern an der Konstruktion drumherum:

Entscheidungsrahmen
Wann Dreifachverglasung nicht automatisch die richtige Wahl ist
PositionEinschränkung
Denkmal und erhaltenswerte FensterProfil zu schmal
Nur die Scheibe im vorhandenen Rahmen tauschenGewicht ca. +50 %
Fenster zu unbeheizten Nebenräumenkein Nutzen
Große, unverschattete Südfensterrechnen lassen

Was hier bewusst nicht steht: „Dreifachverglasung lohnt sich oft nicht." Der geringere Energiedurchlass ist real, wird über das Jahr in Deutschland aber in der Regel vom besseren Dämmwert überkompensiert. Die vier Punkte oben sind konstruktive und wirtschaftliche Sonderfälle – kein allgemeines Argument gegen den heutigen Standard.

Zur Größenordnung der Kosten: Für ein neues Fenster mit Dreifachverglasung inklusive Einbau liegt die Spanne grob bei 600 bis 1.200 Euro je Fenster, abhängig von Größe, Material und Ausführung. Holz- und Holz-Alu-Fenster, große Formate und die Passivhaus-Profile aus der Rahmentabelle oben liegen deutlich darüber. Das ist eine grobe Orientierung mit Stand 2026 und keine Kostenzusage; weitere Gewerke ordnet der Überblick zu den Kosten einer energetischen Sanierung ein.

Die Falle nach dem Tausch: der Taupunkt wandert

Der bauphysikalisch wichtigste Punkt an diesem Thema hat mit der Scheibenzahl gar nichts zu tun – und wird beim Fenstertausch am häufigsten übersehen.

Vor dem Tausch war die alte Verglasung fast immer die kälteste Oberfläche im Raum. Feuchtigkeit aus der Raumluft schlug dort nieder: beschlagene Scheiben, morgens Wasser auf der Fensterbank. Unangenehm, aber sichtbar, abwischbar und praktisch schadensfrei. Hinzu kam, dass alte Fensterfugen undicht waren und für einen ständigen, unfreiwilligen Luftwechsel sorgten, der die Raumluftfeuchte niedrig hielt.

Nach dem Tausch kehrt sich beides um. Das neue Fenster ist nicht mehr die kälteste Stelle – und es ist dicht. Die kälteste Oberfläche ist jetzt die ungedämmte Fensterlaibung, die Fensterbankanschlussfuge oder die Außenwandecke hinter dem Schrank. Gleichzeitig steigt die Raumluftfeuchte, weil der unfreiwillige Luftwechsel weggefallen ist. Feuchtigkeit kondensiert weiterhin – nur nicht mehr sichtbar auf Glas, sondern im Putz einer kalten Ecke. Steigt die relative Feuchte an dieser Oberfläche dauerhaft über etwa 80 Prozent, findet Schimmel seine Bedingungen. Welche Muster dabei auf welche Ursache hindeuten, zeigt der Beitrag zu den Ursachen von Schimmel.

Daraus folgen zwei Konsequenzen, die in ein seriöses Fensterangebot gehören:

  • Die Laibung mitdämmen. Die seitliche Fensterlaibung ist nach dem Tausch die kritische Fläche. Eine schlanke Innendämmung ist im Verhältnis zu den Fensterkosten günstig – sie gehört aber fachlich geplant und nicht nach Gefühl aufgeklebt: Dämmstoffwahl, luftdichter Anschluss und eine ausreichende Überdeckung ins Rauminnere entscheiden darüber, ob die Wärmebrücke wirklich entschärft oder nur ein Stück weit in die Wand verschoben wird.
  • Ein Lüftungskonzept erstellen lassen. Die DIN 1946-6 sieht bei Sanierungen im Wohngebäude ein Lüftungskonzept vor – unter anderem dann, wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster getauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird. Die genaue Verknüpfung dieser Auslöser unterscheidet sich zwischen Ein- und Mehrfamilienhaus; im Zweifel klärt das die Energieberatung. Wichtig zur Einordnung: Das ist keine ordnungsrechtliche Pflicht wie die gesetzliche Nachrüstung, sondern eine technische Norm. Wird sie übergangen und entsteht später ein Feuchteschaden, ist das in erster Linie eine Frage der Gewährleistung gegenüber dem ausführenden Betrieb – und viele Förderprogramme setzen das Konzept ohnehin voraus. Häufig genügen passive Lösungen wie Falzlüfter im Fensterrahmen; in dichteren Gebäuden führt der Weg zu einer Lüftungsanlage, gegebenenfalls mit Wärmerückgewinnung.

So ordnet die briven-Vorprüfung Fenster ein

briven ist eine digitale Vorprüfung, kein Gutachten. Für Fenster heißt das konkret: Die Methodik schätzt aus Baujahr, verfügbaren Unterlagen und Bildmaterial ein, welche Verglasungsgeneration an einem Objekt wahrscheinlich verbaut ist – und bewertet das Bauteil dabei in getrennten Fachebenen. Der bauliche Zustand von Rahmen und Anschlüssen, die energetische Qualität und der Einbruchschutz nach Widerstandsklassen sind drei verschiedene Fragen an dasselbe Bauteil, die in der Bewertung nicht vermischt werden.

Wichtiger als eine Zahl ist dabei die Konfidenz: Ohne Unterlagen und ohne Fotos bleibt die Einschätzung eine baujahrtypische Wahrscheinlichkeit, und genau so wird sie ausgewiesen. Was die Vorprüfung leistet, ist die Vorbereitung Ihres Besichtigungstermins – sie sagt Ihnen, dass die Fenster ein prüfbedürftiger Posten sind und woran Sie das vor Ort erkennen. Die belastbare Antwort liefern danach die zwei Minuten am Fenster, die Rechnungen des Verkäufers und, bei größeren Maßnahmen, eine Energieberatung.

Häufige Fragen

Beim Fenstertausch verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K) für Fenster und Fenstertüren, bei Dachflächenfenstern 1,4 W/(m²K). Das ist der gesetzliche Mindeststandard, den auch eine gute Zweifach-Wärmeschutzverglasung erreicht. Moderne Dreifachverglasung liegt beim Gesamtfenster typischerweise zwischen 0,8 und 1,0 W/(m²K). Für eine Förderung gelten strengere Werte als im Gesetz – die aktuellen Anforderungen stehen bei der BAFA.

Sehr wichtig – er nimmt je nach Fenstergröße grob ein Viertel bis ein Drittel der Fensterfläche ein und geht flächengewichtet in den Uw-Wert ein. Bei einem heutigen Dreifachfenster ist der Rahmen sogar der schwächere Teil: Die Verglasung liegt bei einem Ug von etwa 0,6 W/(m²K), ein Holzrahmen je nach Bautiefe bei 1,0 bis 1,3. Deshalb erreicht das fertige Fenster nicht 0,6, sondern einen Uw von etwa 0,8 bis 1,0. Ein alter Metallrahmen ohne thermische Trennung liegt um ein Vielfaches darüber und macht auch eine gute Verglasung weitgehend wirkungslos.

Eine unbeschichtete Zweischeiben-Isolierverglasung aus der Zeit von etwa 1978 bis Mitte der 1990er-Jahre liegt beim Glas grob bei einem Ug-Wert von 2,8 W/(m²K). Das ist rund das Zweieinhalbfache einer heutigen Zweifach-Wärmeschutzverglasung mit etwa 1,1 W/(m²K). Der Begriff Isolierverglasung beschreibt nur den Aufbau aus zwei Scheiben, nicht die Wärmeschutzqualität.

Halten Sie eine kleine Flamme oder eine punktförmige Lichtquelle dicht vor die Scheibe und zählen Sie die Spiegelbilder: zwei Spiegelbilder bedeuten eine Scheibe, vier Spiegelbilder zwei Scheiben, sechs Spiegelbilder drei Scheiben. Weicht mindestens eines der Spiegelbilder farblich ab, meist leicht rötlich oder violett, liegt eine Beschichtung auf dem Glas – ab den 1990er-Jahren in aller Regel eine Wärmeschutzbeschichtung; Dreifachglas trägt meist zwei davon. Sind alle Reflexe gleichfarbig, spricht das für eine unbeschichtete Scheibe, beweist es aber nicht. Zusätzlich ist im Abstandhalter am Scheibenrand häufig ein Herstellungsjahr eingeprägt.

Nein. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) schreibt keine Scheibenzahl vor, sondern einen Höchstwert: Wer Fenster erneuert, muss einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K) einhalten. Diesen Wert erreicht auch eine gute Zweifach-Wärmeschutzverglasung in einem passenden Rahmen. Anders sieht es bei der staatlichen Förderung aus, die deutlich strengere Werte verlangt und damit praktisch auf Dreifachverglasung hinausläuft.

In drei Konstellationen: bei denkmalgeschützten oder erhaltenswerten Fenstern, deren schmale Profile ein dickeres Dreifach-Paket nicht aufnehmen; beim reinen Scheibentausch im vorhandenen Rahmen, weil Dreifachglas rund fünfzig Prozent schwerer ist und Rahmen wie Beschläge das oft nicht tragen; und bei Fenstern zu unbeheizten Nebenräumen. Im Regelfall des vollständigen Fenstertauschs ist Dreifachverglasung heute der wirtschaftlich sinnvolle Standard.

Vor dem Tausch war die Verglasung meist die kälteste Fläche im Raum und die undichte Fuge sorgte für unfreiwilligen Luftwechsel: Feuchtigkeit schlug sichtbar am Glas nieder. Nach dem Tausch ist es nicht mehr die kälteste Stelle und zudem dicht – die kälteste Fläche ist nun die ungedämmte Fensterlaibung oder Außenwandecke. Dort kann Feuchtigkeit unbemerkt kondensieren. Deshalb gehören Laibungsdämmung und ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 zu einem Fenstertausch dazu.

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