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Ratgeber

Elektrik sanieren: Kosten für die Elektroinstallation

Was kostet eine Elektrosanierung im Einfamilienhaus? Ein Bauingenieur erklärt Kosten für Neuverkabelung, Zählerschrank und FI-Schutz — plus Warnzeichen.

Von Ayosha Aghazadeh · Bauingenieur (M.Sc.)8 Min. LesezeitAktualisiert
Offener Elektro-Unterverteiler mit Sicherungsautomaten auf Hutschienen und gebündelten Kabeln – der Umfang einer Elektrosanierung

Die Elektroinstallation ist das Bauteil, das man am wenigsten sieht und am ehesten unterschätzt. Sie steckt in den Wänden, funktioniert scheinbar – und wird erst zum Thema, wenn sie zu wenige Steckdosen hat, keinen modernen Schutz bietet oder zur Brandgefahr wird. Dieser Beitrag ordnet die Kosten einer Elektrosanierung aus bauingenieurtechnischer Sicht.

Eine komplette Neuverkabelung liegt grob bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, ein neuer Zählerschrank bei 1.000 bis 2.500 Euro, das Nachrüsten von FI-Schutzschaltern bei einigen hundert Euro. Eine Teilsanierung ist günstiger. Entscheidend ist der Zustand der Leitungen – nicht nur der Sicherungen.

Alle Werte in diesem Beitrag beziehen sich auf Wohngebäude – Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Reihenhaus –, als Bezugsgröße dient ein Einfamilienhaus mit rund 140 m² Wohnfläche und einem Hausanschluss im üblichen Leistungsbereich. Für Gewerbe-, Verwaltungs- und Sonderbauten gelten andere Maßstäbe: Dort kommen Anforderungen an Sicherheitsstromversorgung, Prüffristen und die Anlagendokumentation hinzu, die den Preis je Quadratmeter unbrauchbar machen.

Warnzeichen einer veralteten Elektrik

Bevor über Kosten zu reden ist, steht die Frage nach dem Zustand. Diese Zeichen deuten auf eine erneuerungsbedürftige Installation:

  • Alte Leitungen: Stoffummantelte oder in Stahlrohr verlegte Leitungen, teils ohne Schutzleiter.
  • Veralteter Schutz: Schraubsicherungen statt Sicherungsautomaten, vor allem aber fehlende FI-Schutzschalter (RCD).
  • Zu wenig Reserve: wenige Steckdosen, wenige Stromkreise, ein kleiner alter Zählerschrank – chronisch überlastet durch moderne Verbraucher.
  • Improvisation: sichtbar nachgerüstete Mehrfach-Verteilungen und Aufputz-Notlösungen.

Ein Blick in den Sicherungskasten und auf das Baujahr gibt die erste Orientierung – die eigentliche Prüfung gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.

Elektrik erneuern: was die Sanierung im Altbau kostet

Größenordnung
Elektrosanierung im Einfamilienhaus nach Umfang (Orientierung – Bezugsgröße rund 140 m² Wohnfläche; Fläche, Zustand und Zugänglichkeit bestimmen den Preis)
PositionKosten
Komplette Neuverkabelungca. 80 – 150 €/m²
Zählerschrank + Unterverteilungca. 1.000 – 2.500 €
FI-Schutzschalter (RCD) nachrüsteneinige 100 €
Teilsanierung (einzelne Räume/Kreise)je nach Umfang

Bei einer Neuverkabelung ist der größte Nebenposten oft nicht die Elektrik selbst, sondern das Aufstemmen und Verschließen der Wände samt anschließender Maler- und Putzarbeiten. Deshalb ist eine Elektrosanierung im bewohnten Zustand deutlich aufwendiger als im entkernten Rohbau – wer ohnehin saniert, legt die Elektrik sinnvollerweise gleich mit.

Teil oder komplett?

In der technischen Bewertung von Wohngebäuden zeigt sich: Punktuelle Nachrüstungen lohnen sich, solange die Leitungen selbst in Ordnung sind. Fehlt nur ein FI-Schutzschalter oder ist der Zählerschrank zu klein, ist eine gezielte Teilsanierung sinnvoll. Sind aber die Leitungen veraltet, ohne Schutzleiter verlegt oder die Stromkreise dauerhaft überlastet, wird Flickwerk teuer – dann ist die Neuinstallation die wirtschaftlichere und sicherere Wahl.

Die anerkannten Regeln der Elektroinstallation bündelt die Normenreihe DIN VDE 0100 – Arbeiten daran gehören ausschließlich in die Hände einer eingetragenen Elektrofachkraft.

Sicherheit: warum alte Elektrik ein Kaufrisiko ist

Anders als eine veraltete Küche ist eine veraltete Elektrik nicht nur unbequem, sondern potenziell gefährlich: Fehlende Schutzschalter, überlastete Kreise und brüchige Isolierungen erhöhen das Risiko von Stromschlag und Kabelbrand. Deshalb gehört die Elektrik – gemeinsam mit dem Schadstoffrisiko nach Baujahr – zu den Punkten, die auf jede Hauskauf-Checkliste gehören. Als Teil der gesamten Sanierungskosten eines Objekts ist sie ein Posten, den kein Exposé freiwillig nennt.

So ordnet die briven-Vorprüfung die Elektrik ein

Die Elektrik ist ein Sonderfall: Sie steckt verdeckt in den Wänden und lässt sich nicht aus der Adresse oder einem Luftbild beurteilen. Deshalb stützt sich die briven-Vorprüfung hier gezielt auf das, was Sie einspeisen – Fotos vom Sicherungskasten und den Steckdosen sowie Unterlagen zu früheren Arbeiten. Aus diesen Eingaben markiert briven Hinweise auf eine erneuerungsbedürftige Installation mit einem Konfidenzniveau, in der Regel in unter einer Stunde. Die Vorprüfung ersetzt keine Messung vor Ort: Bei Hinweisen auf eine veraltete Elektrik empfiehlt briven ausdrücklich die Prüfung durch eine Elektrofachkraft.

Häufige Fragen

Eine komplette Neuverkabelung liegt grob bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, inklusive neuer Leitungen, Steckdosen und Verteilung. Ein neuer Zählerschrank mit Unterverteilung kostet meist 1.000 bis 2.500 Euro, das Nachrüsten von FI-Schutzschaltern einige hundert Euro. Eine Teilerneuerung einzelner Räume oder Stromkreise ist entsprechend günstiger. Eine erste Einordnung, was bei Ihrem Baujahr insgesamt an Sanierung ansteht, liefert der Sanierungskosten-Rechner.

Warnzeichen sind alte Stoff- oder Stahlrohrleitungen, Schraubsicherungen statt Sicherungsautomaten, fehlende FI-Schutzschalter, zu wenige Steckdosen und Stromkreise sowie ein alter, kleiner Zählerschrank. Ein Blick in den Sicherungskasten und auf das Baujahr gibt erste Hinweise – die Prüfung selbst gehört in Fachhände.

Das hängt vom Zustand ab. Fehlen nur FI-Schutzschalter oder ein moderner Zählerschrank, kann eine gezielte Teilsanierung reichen. Sind die Leitungen selbst veraltet, ohne Schutzleiter verlegt oder die Stromkreise chronisch überlastet, ist eine Neuinstallation meist wirtschaftlicher und sicherer als Flickwerk.

Sie kann es sein. Fehlende Schutzschalter, überlastete Stromkreise und brüchige Isolierungen erhöhen das Risiko von Stromschlag und Kabelbrand. Deshalb ist eine veraltete Elektroinstallation nicht nur ein Komfort-, sondern ein Sicherheitsthema und gehört vor dem Kauf auf die Prüfliste.

Nur eingeschränkt. Anders als das Dach oder die Fassade ist die Elektroinstallation weitgehend verdeckt und lässt sich nicht aus einem Luftbild ableiten. Aussagekräftig sind Fotos vom Sicherungskasten und den Steckdosen, Unterlagen zu früheren Arbeiten und letztlich die Prüfung durch eine Elektrofachkraft.

Quellen & Normen(3)
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